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Fakultät VI Planen Bauen UmweltKooperation Iran

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Iran

Die Kooperation der TU Berlin mit iranischen Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen hat sich für die Fakultät VI - Planen Bauen Umwelt zu einem komplexen und langfristig angelegten Schwerpunkt ihrer internationalen Aktivitäten entwickelt. Herzstück dieser Aktivitäten ist die Zusammenarbeit mit dem Building and Housing Research Center (BHRC) in Teheran, der dem iranischen Bauministerium zugeordneten national wichtigsten Forschungseinrichtung für das Bauwesen. In dem gemeinsamen Projekt werden unter anderem in der Nähe von Teheran für 500.000 Einwohner eine Fläche von 4 ha beplant und Musterhäuser mit neuen Materialien bzw. in optimaler Planung und Qualität errichtet. Bereits seit vielen Jahren bestehen über die TU-Alumna Dr.-Ing. Tayebeh Parhizkar intensive Kooperationen mit dem Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin und dort insbesondere mit Professor Bernd Hillemeier, dem Doktorvater von Frau Parhizkar, sowie den Kollegen Peter-Jan Pahl, Stavros Savidis und dem Geowissenschaftler Wilhelm Dominik. Seit 2003 arbeitet das BHRC auch mit einer Reihe von Architekturprofessoren wie Rudolf Schäfer, Peter Berten, Klaus Rückert und mit der Stadtplanerin Elke Pahl-Weber zusammen. Tayebeh Parhizkar ist Vizepräsidentin des BHRC.

 

Sommerschule

Im Rahmen einer vom DAAD geförderten Sommerschule im Juni 2003 wurde mit Frau Dr. Tayebeh Parhizkar vereinbart, in mehreren Workshops einen systematischen Erfahrungsaustausch zum Industriellen Bauen zu beginnen. Bei der Vorbereitung dieses Projekts wurde sehr schnell deutlich, in welch essentiellem Zusammenhang die Bautechnologie und die Stadtentwicklung nicht nur in der Hauptstadt Teheran, sondern im gesamten Iran stehen: Aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge aus den späten 70er und frühen 80er Jahren sind derzeit ca. 60% der iranischen Bevölkerung unter 25 Jahre alt. Der Iran wird nach Berechnungen des BHRC bis etwa 2020 insgesamt mindestens zehn Millionen neue Wohneinheiten(WE) fertig stellen müssen. Zu berücksichtigen sind dabei neben den vier Klimazonen des Landes und der Erdbebensicherheit, dass diese Wohneinheiten auch preiswert, in großen Mengen und möglichst aus regionalen Rohstoffen produzierbar sein müssen. Sie sollten dabei wesentlich höhere Qualität und Dauerhaftigkeit erreichen als die heutigen iranischen Gebäude. Zudem müssen diese Wohneinheiten infunktionale städtebauliche, aber auch nationale raumordnerische Kontexte gebracht und generationengerecht erschlossen werden sowie eine möglichst hohe Flexibilität im Hinblick auf absehbare künftige demographische Veränderungen aufweisen. Dabei setzt die iranische Regierung insbesondere auf das Konzept der „New Towns“, unabhängige Stadtneuplanungen im Umkreis von Metropolenregionen.

"New Town-Projekt" im Rahmen des Megacity-Programms des BMBF

Aufgrund der guten Kooperation mit dem BHRC beschlossen die beteiligten Fachgebiete der TU Berlin, das gemeinsame Projekt in das im Frühjahr 2004 aufgelegte Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Titel „Forschung für die Nachhaltige Entwicklung der Megastädte von morgen“ einzubringen. Wesentliches Merkmal dieses Programms ist es, Kooperationen mit Partnern in Entwicklungsländern zu fördern, die nicht nur zu gemeinsamen Forschungen, sondern auch zur realen Umsetzung der Arbeitsergebnisse führen. Perspektivisch können derartige Projekte bis zu elf Jahre gefördert werden. Die TU Berlin und das BHRC haben ihren Forschungsantrag unter das Thema „New Towns“ gestellt. Im Rahmen der Zusammenarbeit setzt sich das Konsortium das Ziel, mit der Forschung für die Entwicklung administrativ und funktionell unabhängiger New Towns dem hohen Wohnungsbedarf Rechnung zu tragen und darüber hinaus den Entwicklungsdruck in den bestehenden und im rasanten Wachstum befindlichen Metropolen zu vermindern. Damit soll diesen die Möglichkeit gegeben werden, die bisherige, zumeist ungesteuerte Entwicklung besser in den Griff zu bekommen und diese in funktionierende Stadtplanungs- und Stadterneuerungskonzepte zu integrieren. Dabei spielt die Partnerschaft mit dem BHRC und der INTDO eine entscheidende Rolle: Beide sind direkt dem iranischen Ministerium für Siedlungswesen und Stadtentwicklung zugeordnet. Das BHRC ist unter anderem für die Entwicklung und Umsetzung von technischen Normen im Bausektor zuständig; es ist daher mit Erdbebensicherheit und Bauqualität befasst. Die INTDO hat die Verantwortung für die Planung und Umsetzung von derzeit achtzehn New Towns im Iran sowie für die Errichtung weiterer zwölf in der Zukunft. Beide erfüllen damit die Forderung des BMBF nach einflussreichen und zuverlässigen Partnern vor Ort, die direkte Beziehungen mit einem direkten Draht zur politischen Entscheidungsebene haben.

Seitens der TU Berlin steht das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Schäfer, Dekan der Fakultät VI.

Dekanin

Prof. Dr. Kristin Wellner
314-21811
Sekr. A 1
Raum A 109 Dekanat

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